Wir über uns

Im November 2007 lief der preisgekrönte Fernsehzweiteiler „Nur eine einzige Tablette“ in unseren Wohnzimmern über die Fernsehschirme. Nun ist es Zeit, auch für unsere Rechte zu kämpfen, dachte ich mir damals und fand andere die genauso dachten wie ich.

Ich gründete gemeinsam mit ein paar wenigen MitstreiterInnen die „Selbsthilfegruppe der Contergan- und Thalidomidgeschädigten Österreichs“.

Nach drei Zeitungsberichten und vier Fernsehauftritten in heimischen Medien sind wir inzwischen auf über 60 Personen angewachsen.

Anläßlich des Treffens der "Selbsthilfegruppe der Contergan- und Thalidomidgeschädigten Österreichs" am 8.12.2010 in Wien wurde unser neues Team vorgestellt: Michaela Moik, Sozialarbeiterin, geboren am 5.1.1962, in Wien lebend, Helga Napetschnig, in Pension, geboren am 21.12.1956, in Klagenfurt lebend und Shoshana Duizend-Jensen werden unsere Gruppe in Hinkunft in der Öffentlichkeit vertreten. Anita Langmann verstärkt das Team der starken Frauen als Fotografin.

Internationale Contergan- und Thalidomidkonferenz in Köln 28. 11. 2010, Rechte: Anita Langmann


Eine Flugblattaktion an die 183 Angeordneten des österreichischen Parlaments erweckte erstmals auch Aufmerksamkeit auf einer politischen Ebene.

Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, für eine angemessene Entschädigung für alle Überlebenden dieses größten Medikamentenskandals der Republik Österreich einzutreten. Wir sind nun alle um die 50 Jahre alt und kämpfen mit den Folgeschäden, der schweren Behinderungen die wir zu erleiden haben und wofür sich die Republik Österreich, die das thalidomidhältige Medikament Softenon im Jahr 1958 ohne eingehende Prüfung zugelassen hat, niemals entschuldigte. Auch fühlte sich die Republik Österreich niemals verantwortlich für diese Katastrophe und zahlte daher auch kein Schmerzensgeld. Einige wenige von uns werden durch eine geringe Rente von der Deutschen Conterganstiftung für Behinderte Menschen in Bonn abgefunden.

Wir wünschen uns vom zuständigen Gesundheitsministerium eine Entschuldigung, sowie ehestmöglich die Erfüllung unserer Forderungen nach einer Einmalzahlung für vergangene Leiden, sowie einer monatlichen Rente für eine selbstbestimmte und würdevolle Zukunftssicherung.

Shoshana Duizend-Jensen   Shoshana Duizend-Jensen, Sprecherin der Selbsthilfegruppe der
Contergan- und Thalidomidgeschädigten Österreichs Geboren 1961, contergangeschädigt aber nie entschädigt, verheiratet, zwei Kinder,
lebt in Wien, Beruf: Historikerin